Forderung zur Ergänzung bezüglich der Flächenbezogenen Förderung
| Antrag: | GAP nach 2027: Zukunft für Landwirtschaft und ländliche Räume |
|---|---|
| Antragsteller*in: | BAK Land |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 15.10.2026, 19:47 |
| Antrag: | GAP nach 2027: Zukunft für Landwirtschaft und ländliche Räume |
|---|---|
| Antragsteller*in: | BAK Land |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 15.10.2026, 19:47 |
die Einführung einer wirksamen Obergrenze für flächenbezogene Direktzahlungen je Betrieb (Deckelung), um einer übermäßigen Konzentration der Fördermittel entgegenzuwirken und eine gerechtere Verteilung zu ermöglichen.
die gezielte Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe, die durch ihre Lebensmittelproduktion einen Beitrag zur Ernährungssouveränität leisten, ohne dabei kleinere, vielfältige und ökologisch besonders wertvolle Betriebsformen strukturell zu benachteiligen.
Das Gesetzgebungsverfahren zur nächsten Förderperiode der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP) auf EU-Ebene wird voraussichtlich bis Mitte 2027 andauern.
Unabhängig davon hat in Deutschland bereits die Debatte darüber begonnen, wie
die Vorschläge der Europäischen Kommission für die Ausgestaltung der GAP ab 2028
national umgesetzt werden sollen. Daher ist es uns als KLJB wichtig, unsere
Positionen in die aktuelle Diskussion einzubringen und bereits formulierte
Forderungen zu bekräftigen.
Als KLJB fordern wir die Verhandler*innen der Europäischen Kommission, des
Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union sowie die
Bundesregierung und die Landesregierungen auf, die Gemeinsame Agrarpolitik nach
2027 sowie die Ausgestaltung der Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne
(NRPP) konsequent an den Zukunftsperspektiven junger Menschen, einer
vielfältigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft sowie lebendigen Ländlichen
Räumen auszurichten. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft kann nur im
Zusammenspiel mit der Entwicklung Ländlicher Räume gedacht werden.
Landwirtschaft zukunftsfähig gestalten
Die aktuellen Herausforderungen für die Landwirtschaft machen deutlich, dass es
für eine zukunftsfähige Entwicklung grundlegender Veränderungen bedarf. Als
Jugendverband sehen wir darin die Chance, die Rahmenbedingungen der
Landwirtschaft von morgen aktiv mitzugestalten.
Generationenwechsel und Geschlechtergerechtigkeit
Der Generationenwechsel ist angesichts der zunehmenden Überalterung in der
Landwirtschaft und vieler ungeklärter Hofnachfolgen eine zentrale Voraussetzung
für die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe in der Europäischen
Union und in Deutschland.[1] Eine stärkere Berücksichtigung von
Geschlechtergerechtigkeit ist dabei unerlässlich, denn Frauen sind als
Betriebsleiterinnen bislang deutlich unterrepräsentiert.
Als KLJB fordern wir deshalb:
die Einführung einer wirksamen Obergrenze für flächenbezogene Direktzahlungen je Betrieb (Deckelung), um einer übermäßigen Konzentration der Fördermittel entgegenzuwirken und eine gerechtere Verteilung zu ermöglichen.
die gezielte Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe, die durch ihre Lebensmittelproduktion einen Beitrag zur Ernährungssouveränität leisten, ohne dabei kleinere, vielfältige und ökologisch besonders wertvolle Betriebsformen strukturell zu benachteiligen.
Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen
Als KLJB stehen wir für den Grundsatz „Öffentliche Gelder für öffentliche
Leistungen“. Landwirtschaftliche Betriebe, die zum Schutz von Klima,
Biodiversität, Boden, Wasser und Tieren beitragen, erbringen Leistungen für die
gesamte Gesellschaft.
Als KLJB fordern wir deshalb:
Als KLJB fordern wir darüber hinaus:
Ländliche Räume als Zukunftsorte stärken
Die Förderung der Ländlichen Entwicklung muss auch nach 2027 als eigenständiger
und finanziell ausreichend ausgestatteter Bestandteil der GAP erhalten bleiben.
Damit ländliche Regionen auch künftig attraktive Lebens-, Arbeits- und
Wirtschaftsstandorte bleiben, bedarf es einer verlässlichen Unterstützung durch
die Europäische Union und die Mitgliedstaaten. Europäische Fördermittel
ermöglichen Investitionen in Infrastruktur, Daseinsvorsorge, Bildung, Beratung,
Kooperationen, Innovationen sowie Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes. Sie
stärken regionale Wertschöpfungsketten, schaffen Perspektiven für junge Menschen
und fördern die aktive Beteiligung der Bevölkerung an der Entwicklung ihrer
Regionen.
Als KLJB fordern wir:
Fehlende Zukunftsperspektiven, insbesondere für junge Menschen, der Abbau von
Infrastruktur und der Verlust von Gestaltungsmöglichkeiten durch die Kürzung von
Förderinstrumenten verstärken gesellschaftliche Spaltungen und schwächen das
Vertrauen in demokratische Institutionen. Eine starke Förderung der Ländlichen
Entwicklung ist daher nicht nur eine Investition in die wirtschaftliche und
ökologische Zukunft Ländlicher Räume, sondern auch in den gesellschaftlichen
Zusammenhalt und die demokratische Resilienz Europas.
Eine GAP, die Zukunft ermöglicht
Die Zukunft der Landwirtschaft und die Zukunft der Ländlichen Räume sind für uns
als KLJB untrennbar miteinander verbunden. Die GAP nach 2027 muss deshalb junge
Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihnen echte Perspektiven eröffnen. Sie
muss eine vielfältige sowie jugend- und geschlechtergerechte Landwirtschaft
fördern, die ökonomisch tragfähig ist und gleichzeitig Verantwortung für Klima,
Umwelt, Tiere und Gesellschaft übernimmt. Gleichzeitig muss sie dazu beitragen,
dass Ländliche Räume lebendige Orte bleiben, in denen junge Menschen gerne
leben, arbeiten und sich engagieren.
[1]https://www.topagrar.com/betriebsleitung/news/jeder-dritte-hofbesitzer-in-
der-eu-ist-uber-65-jahre-alt-20010529.html
[2] Ausführlich dazu unsere gemeinsame Stellungnahme „Junge Landwirtschaft
sichern!“ (2026). Online verfügbar unter: https://www.kljb.org/deutsche-
jugendverbaende-fordern-festes-budget-und-zielgenaue-foerderung-fuer-
junglandwirtinnen/
Forderung zur Ergänzung bezüglich der Flächenbezogenen Förderung
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