| Antrag: | 8.2 NEU: UN-Jahr der Landwirtin: Frauen stärken auch über 2026 hinaus! |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Bundesvorstand |
| Status: | Angenommen |
| Eingereicht: | 17.10.2026, 11:47 |
Ä3 zu A1: 8.2 NEU: UN-Jahr der Landwirtin: Frauen stärken auch über 2026 hinaus!
Antragstext
Von Zeile 88 bis 89 einfügen:
Frauen in den Mittelpunkt. Geschlechtergerechtigkeit umfasst darüber hinaus auch die Anliegen von trans* und genderqueeren Menschen.
Frauen[1] leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Landwirtschaft und das
Leben in Ländlichen Räumen. Die KLJB berücksichtigt insbesondere die
Perspektiven junger Frauen und Junglandwirtinnen. Sie führen Betriebe,
übernehmen Verantwortung in Familienunternehmen, arbeiten als Arbeitnehmerinnen
oder Saisonarbeitskräfte, engagieren sich ehrenamtlich und tragen einen
erheblichen Anteil der Carearbeit[2]. Dennoch bleiben ihre Leistungen häufig
unsichtbar oder werden rechtlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht
ausreichend anerkannt.
Noch immer werden fast 90% der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland von
Männern geführt. Frauen sind deutlich seltener Eigentümerinnen oder
Betriebsleiterinnen und verfügen häufig nicht über eine eigenständige, soziale
und rechtliche Absicherung. Gleichzeitig übernehmen sie einen überproportional
großen Anteil an unbezahlter Care-Arbeit.[3] Daher braucht es den Abbau
geschlechtsspezifischer Rollenbilder und gesellschaftlicher Zuschreibungen in
der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen.
Die Lebens- und Arbeitsrealitäten von trans* und genderqueeren Menschen in der
Landwirtschaft sind dabei bislang kaum sichtbar und müssen deshalb ebenfalls
berücksichtigt werden. Die KLJB setzt sich deswegen für eine gleichberechtigte
Teilhabe in der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen ein.
Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit und Selbstbestimmung sind
unverzichtbare Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und
lebendige, ländliche Räume.
Die KLJB fordert über das aktuell laufende Internationale Jahr der Landwirtin
der Vereinten Nationen hinaus, die Politik, landwirtschaftliche Verbände und
gesellschaftliche Akteur*innen auf, geschlechtsbezogene strukturelle
Benachteiligungen konsequent abzubauen.
Insbesondere fordert die KLJB:
- Frauen als Eigentümerinnen und Betriebsleiterinnen fördern
Gleichberechtigter Zugang zu Eigentum, Finanzierung und Leitungspositionen ist
eine zentrale Gleichstellungsfrage. Zugangsbarrieren müssen beseitigt und Frauen
unterstützt werden, Betriebe zu übernehmen, Finanzierungshilfen zu erhalten und
Führungsverantwortung zu tragen – ohne, dass dies in Konkurrenz zu persönlichen
Lebensentscheidungen steht.
- Soziale Absicherung garantieren
Die soziale und rechtliche Absicherung von Frauen in der Landwirtschaft ist
häufig unzureichend. Um die Leistungen von Frauen anzuerkennen, müssen die
Sozial- und Rentensysteme geschlechtergerecht umgebaut werden.
- Care-Arbeit anerkennen und gerecht umverteilen
Frauen tragen einen weitaus größeren Anteil der unbezahlten und oft belastenden
Care-Arbeit auf dem Hof und für die Familie. Gerade in der Landwirtschaft ist
diese Arbeit für den Betrieb essenziell und muss monetär sowie ideell anerkannt
und gerechter verteilt werden. Dazu zählt auch deren angemessene
Berücksichtigung in der sozialen Absicherung und Altersvorsorge.
- Gleichberechtigtes Ehrenamt ermöglichen
Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat der Gesellschaft, insbesondere auch
in ländlichen Räumen. Frauen engagieren sich ebenso häufig freiwillig, wie
Männer, übernehmen jedoch seltener Leitungs- und Vorstandsaufgaben[4]. Die
ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und gesellschaftliche Rollenerwartungen
schränken ihre Möglichkeiten ein, sich ehrenamtlich zu engagieren. Deshalb
müssen Hürden für die Übernahme von ehrenamtlichen Leitungspositionen für Frauen
beseitigt werden. Außerdem muss ehrenamtliches Engagement grundsätzlich stärker
anerkannt werden.
- Lohngerechtigkeit verankern
Lohngerechtigkeit bedeutet: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – unabhängig von
Geschlecht oder Herkunft. Damit landwirtschaftliche Betriebe nachhaltig
wirtschaften können, sind auskömmliche Preise für Erzeuger*innen zwingend
notwendig. Tarifverträge helfen, transparente und faire Lohnstrukturen
sicherzustellen.
- Sichere & gesunde Arbeitsbedingungen gewährleisten
Für Frauen in der Landwirtschaft bestehen besondere Gesundheitsrisiken,
insbesondere während der Schwangerschaft oder der Stillzeit. Es braucht mehr
Maßnahmen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Schutz vor
(sexualisierter) Gewalt und (geschlechterbezogener) Diskriminierung – mit Fokus
auf gefährdete Gruppen.
- Politische Teilhabe & Repräsentation stärken
Trotz ihres zentralen Beitrags zur Landwirtschaft sind junge Frauen in
politischen Entscheidungsprozessen, Gremien und der öffentlichen Wahrnehmung oft
unterrepräsentiert. Es müssen strukturelle Mechanismen verankert werden, welche
die Mitgestaltungsmöglichkeiten von jungen Frauen sicherstellen.
- Geschlechtergerechte Gestaltung
Geschlechtergerechtigkeit und geschlechtssensible Inhalte müssen in Aus- und
Weiterbildung sowie Agrarforschung verankert und umgesetzt werden. Der Ausbau
und die Verstetigung von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die speziell
Frauen unterstützen, sind unabdingbar. Ebenso die Etablierung einer
geschlechterinklusiven Agrarstatistik.
- Daseinsfürsorge in ländlichen Räumen sichern
Frauen leisten einen essenziellen Beitrag für offene, vielfältige und attraktive
ländliche Räume sowie die regionalen Wertschöpfungsketten und sind auf
ausreichende ländliche Infrastruktur angewiesen. Finanzielle Mittel zur
Entwicklung des ländlichen Raums, z. B. in der GAP, und zur Stärkung der
Demokratie müssen gesichert und ausgebaut werden.
Die KLJB verpflichtet sich die Perspektiven von Frauen in der Landwirtschaft
künftig verstärkt in ihrer agrarpolitischen Interessenvertretung und setzt sich
insbesondere bei Gesprächen mit Politik, Bündnispartner*innen und
landwirtschaftlichen Verbänden für ihre gleichberechtigte Beteiligung an
Entscheidungsprozessen ein.
[1] Der Antrag stellt anlässlich des Internationalen Jahres der Landwirtin
Frauen in den Mittelpunkt. Geschlechtergerechtigkeit umfasst darüber hinaus auch
die Anliegen von trans* und genderqueeren Menschen.
[2] Care-Arbeit beschreibt die Tätigkeiten des Sorgens und Sichkümmerns.
Darunter fällt Kinderbetreuung oder Altenpflege, aber auch familiäre
Unterstützung, häusliche Pflege oder Hilfe unter Freunden. Bislang wurden diese
Arbeiten überwiegend von Frauen geleistet, oft als unbezahlte Hausarbeit
gesellschaftlich als notwendig und selbstverständlich angesehen. (Bundeszentrale
für politische Bildung)
[3] Pieper, J.L. et al. (2023). Die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf
landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland – soziologische Befunde. Georg-
August-Universität Göttingen, 2023. Forschungsbericht. doi: 10.47952/gro-publ-
125;Davier, Z. et al. (2023): Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in
Deutschland – Leben und Arbeit, Herausforderungen und Wünsche
Befragungsergebnisse von über 7.000 Frauen. Thünen Working Paper 207. März 2023,
thuenen.de.
https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn065997.pdf
[4]https://www.bundesregierung.de/resource/blob/2348674/2451628/bd584f7043a033e5-
6a1923af79abac55/kurzbericht-freiwilliges-engagement-in-deutschland-zentrale-
ergebnisse-data.pdf?download=1
Von Zeile 88 bis 89 einfügen:
Frauen in den Mittelpunkt. Geschlechtergerechtigkeit umfasst darüber hinaus auch die Anliegen von trans* und genderqueeren Menschen.
Frauen[1] leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Landwirtschaft und das
Leben in Ländlichen Räumen. Die KLJB berücksichtigt insbesondere die
Perspektiven junger Frauen und Junglandwirtinnen. Sie führen Betriebe,
übernehmen Verantwortung in Familienunternehmen, arbeiten als Arbeitnehmerinnen
oder Saisonarbeitskräfte, engagieren sich ehrenamtlich und tragen einen
erheblichen Anteil der Carearbeit[2]. Dennoch bleiben ihre Leistungen häufig
unsichtbar oder werden rechtlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht
ausreichend anerkannt.
Noch immer werden fast 90% der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland von
Männern geführt. Frauen sind deutlich seltener Eigentümerinnen oder
Betriebsleiterinnen und verfügen häufig nicht über eine eigenständige, soziale
und rechtliche Absicherung. Gleichzeitig übernehmen sie einen überproportional
großen Anteil an unbezahlter Care-Arbeit.[3] Daher braucht es den Abbau
geschlechtsspezifischer Rollenbilder und gesellschaftlicher Zuschreibungen in
der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen.
Die Lebens- und Arbeitsrealitäten von trans* und genderqueeren Menschen in der
Landwirtschaft sind dabei bislang kaum sichtbar und müssen deshalb ebenfalls
berücksichtigt werden. Die KLJB setzt sich deswegen für eine gleichberechtigte
Teilhabe in der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen ein.
Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit und Selbstbestimmung sind
unverzichtbare Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und
lebendige, ländliche Räume.
Die KLJB fordert über das aktuell laufende Internationale Jahr der Landwirtin
der Vereinten Nationen hinaus, die Politik, landwirtschaftliche Verbände und
gesellschaftliche Akteur*innen auf, geschlechtsbezogene strukturelle
Benachteiligungen konsequent abzubauen.
Insbesondere fordert die KLJB:
- Frauen als Eigentümerinnen und Betriebsleiterinnen fördern
Gleichberechtigter Zugang zu Eigentum, Finanzierung und Leitungspositionen ist
eine zentrale Gleichstellungsfrage. Zugangsbarrieren müssen beseitigt und Frauen
unterstützt werden, Betriebe zu übernehmen, Finanzierungshilfen zu erhalten und
Führungsverantwortung zu tragen – ohne, dass dies in Konkurrenz zu persönlichen
Lebensentscheidungen steht.
- Soziale Absicherung garantieren
Die soziale und rechtliche Absicherung von Frauen in der Landwirtschaft ist
häufig unzureichend. Um die Leistungen von Frauen anzuerkennen, müssen die
Sozial- und Rentensysteme geschlechtergerecht umgebaut werden.
- Care-Arbeit anerkennen und gerecht umverteilen
Frauen tragen einen weitaus größeren Anteil der unbezahlten und oft belastenden
Care-Arbeit auf dem Hof und für die Familie. Gerade in der Landwirtschaft ist
diese Arbeit für den Betrieb essenziell und muss monetär sowie ideell anerkannt
und gerechter verteilt werden. Dazu zählt auch deren angemessene
Berücksichtigung in der sozialen Absicherung und Altersvorsorge.
- Gleichberechtigtes Ehrenamt ermöglichen
Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat der Gesellschaft, insbesondere auch
in ländlichen Räumen. Frauen engagieren sich ebenso häufig freiwillig, wie
Männer, übernehmen jedoch seltener Leitungs- und Vorstandsaufgaben[4]. Die
ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und gesellschaftliche Rollenerwartungen
schränken ihre Möglichkeiten ein, sich ehrenamtlich zu engagieren. Deshalb
müssen Hürden für die Übernahme von ehrenamtlichen Leitungspositionen für Frauen
beseitigt werden. Außerdem muss ehrenamtliches Engagement grundsätzlich stärker
anerkannt werden.
- Lohngerechtigkeit verankern
Lohngerechtigkeit bedeutet: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – unabhängig von
Geschlecht oder Herkunft. Damit landwirtschaftliche Betriebe nachhaltig
wirtschaften können, sind auskömmliche Preise für Erzeuger*innen zwingend
notwendig. Tarifverträge helfen, transparente und faire Lohnstrukturen
sicherzustellen.
- Sichere & gesunde Arbeitsbedingungen gewährleisten
Für Frauen in der Landwirtschaft bestehen besondere Gesundheitsrisiken,
insbesondere während der Schwangerschaft oder der Stillzeit. Es braucht mehr
Maßnahmen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Schutz vor
(sexualisierter) Gewalt und (geschlechterbezogener) Diskriminierung – mit Fokus
auf gefährdete Gruppen.
- Politische Teilhabe & Repräsentation stärken
Trotz ihres zentralen Beitrags zur Landwirtschaft sind junge Frauen in
politischen Entscheidungsprozessen, Gremien und der öffentlichen Wahrnehmung oft
unterrepräsentiert. Es müssen strukturelle Mechanismen verankert werden, welche
die Mitgestaltungsmöglichkeiten von jungen Frauen sicherstellen.
- Geschlechtergerechte Gestaltung
Geschlechtergerechtigkeit und geschlechtssensible Inhalte müssen in Aus- und
Weiterbildung sowie Agrarforschung verankert und umgesetzt werden. Der Ausbau
und die Verstetigung von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die speziell
Frauen unterstützen, sind unabdingbar. Ebenso die Etablierung einer
geschlechterinklusiven Agrarstatistik.
- Daseinsfürsorge in ländlichen Räumen sichern
Frauen leisten einen essenziellen Beitrag für offene, vielfältige und attraktive
ländliche Räume sowie die regionalen Wertschöpfungsketten und sind auf
ausreichende ländliche Infrastruktur angewiesen. Finanzielle Mittel zur
Entwicklung des ländlichen Raums, z. B. in der GAP, und zur Stärkung der
Demokratie müssen gesichert und ausgebaut werden.
Die KLJB verpflichtet sich die Perspektiven von Frauen in der Landwirtschaft
künftig verstärkt in ihrer agrarpolitischen Interessenvertretung und setzt sich
insbesondere bei Gesprächen mit Politik, Bündnispartner*innen und
landwirtschaftlichen Verbänden für ihre gleichberechtigte Beteiligung an
Entscheidungsprozessen ein.
[1] Der Antrag stellt anlässlich des Internationalen Jahres der Landwirtin
Frauen in den Mittelpunkt. Geschlechtergerechtigkeit umfasst darüber hinaus auch
die Anliegen von trans* und genderqueeren Menschen.
[2] Care-Arbeit beschreibt die Tätigkeiten des Sorgens und Sichkümmerns.
Darunter fällt Kinderbetreuung oder Altenpflege, aber auch familiäre
Unterstützung, häusliche Pflege oder Hilfe unter Freunden. Bislang wurden diese
Arbeiten überwiegend von Frauen geleistet, oft als unbezahlte Hausarbeit
gesellschaftlich als notwendig und selbstverständlich angesehen. (Bundeszentrale
für politische Bildung)
[3] Pieper, J.L. et al. (2023). Die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf
landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland – soziologische Befunde. Georg-
August-Universität Göttingen, 2023. Forschungsbericht. doi: 10.47952/gro-publ-
125;Davier, Z. et al. (2023): Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in
Deutschland – Leben und Arbeit, Herausforderungen und Wünsche
Befragungsergebnisse von über 7.000 Frauen. Thünen Working Paper 207. März 2023,
thuenen.de.
https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn065997.pdf
[4]https://www.bundesregierung.de/resource/blob/2348674/2451628/bd584f7043a033e5-
6a1923af79abac55/kurzbericht-freiwilliges-engagement-in-deutschland-zentrale-
ergebnisse-data.pdf?download=1

Kommentare